Die Wirtschaftsentwicklung des neuen Europas stellt auch die Logistik vor neue Herausforderungen. Um die südosteuropäischen Wachstumsmärkte optimal erschließen zu können, müssen neue Export- bzw. Importrouten implementiert werden. Eine erwartete Steigerung des Güterverkehrsaufkommens um 50% bis 2020 verdeutlicht die Notwendigkeit neuer Logistikkonzepte aber auch einer effizienteren Nutzung aller vorhandenen Verkehrsträger, um drohenden Überlastungen und Kapazitätsengpässen zu begegnen.
"Was bedeutet diese Entwicklung nun für den Logistikstandort Niederösterreich"?
Durch die günstige Lage Niederösterreichs im Schnittpunkt zwischen der Ost-West-Achse entlang des Donaukorridors und dem zweiten europäischen Wirtschaftskernraum von der Ostsee zur Adria, welche sich über die Ballungszentren von Berlin, über Polen, Tschechien, Slowakei, Ostösterreich, Slowenien bis Kroatien erstreckt, erfährt Niederösterreich eine günstige Ausgangslage als internationaler Logistikstandort mit Drehscheibenfunktion in die rasant wachsenden osteuropäischen Märkte. Hier gilt es, das Potenzial der Vienna Region für NÖ voll auszuschöpfen.
Niederösterreich ist das flächenmäßig größte Bundesland Österreichs und mit ca. 1,6 Mio. Einwohnern neben Wien das Bundesland mit den zweit meisten Einwohnern. In Niederösterreich und Wien leben ca. 3,4 Mio. Menschen was rund 40% der Gesamtbevölkerung, so auch der Wirtschafts- und Kaufkraft von Österreich ausmacht. Diese Menschen müssen versorgt werden, sie sind mobil und müssen sich auf eine leistungsstarke Logistik verlassen können.
In der Regionalversorgung liegt das zweite Chancengebiet in der Entwicklung des Logistikstandorts NÖ, zumal die wirtschaftlichen Ballungszentren Wien und Linz den nationalen und internationalen Markt bestens bedienen. Hier gilt es, die KMU in den Randregionen Niederösterreichs durch intelligente Logistikkonzepte wie z.B. Kooperationsmodelle zur besseren Anbindung an die beiden logistischen Gravitationszentren Wien und Linz zu unterstützen.
Entwicklungsschwerpunkte für den Logistik Standort NÖ:
- Intelligente Kooperationskonzepte für die Regionalversorgung in den Vierteln
- Vienna Region für überregionale Logistikzentren
- Entwicklung entlang des Donaukorridors
- Anbindung an Entwicklungszentren in Tschechien
- Weinviertel: Brezlav, Brünn
- Waldviertel: Budweis (Flughafen), Znaim
Entwicklungsschwerpunkte für den Logistik Standort NÖ aus internationaler Sicht:
Die Region Wien Bratislava liegt im Schnittpunkt er bedeutensten internationalen Verkehrsachsen. Partizipationschancen für NÖ ergeben sich daraus im räumlichen Umfeld von Wien durch die Ansiedlung von internationalen tätigen logistikaffinen Betrieben Entwicklungsschwepunkte für den Logistik Standort NÖ aus nationaler Sicht. NÖ könnte im räumlichen Nahbereich der beiden Logistikgravitationszentren Wien und Linz partizipieren. Als Standortt verstärkter Entwicklung kämen das Wiener Umland und der Raum Enns/Ennsdorf in Betracht. Besondere Chancen ergeben sich hier im Rahmen des Donauausbaus für die NÖ Häfen Ennsdorf aber auch Krems als Standort im NÖ Zentralraum. Auch die neuen Autobahn- und Schnellstraßenneubauten Richtung Norden (A5) und Osten (S8) fördern die Entwicklung hochrangiger Logistikstandorte.
Entwicklungsschwerpunkte für den Logistik Standort NÖ aus regionaler Sicht:
Regionallogistik stellt die Chance dar, pheriphere Regionen besser in das nationale und internationale Logistiknetzwerk einzubinden. Dadurch kann die regionale Standortqualität für den Güterverkehr gehoben werden, wodurch diese Regionen auch für transportintensivere betriebliche Tätigkeiten konkurrenzfähiger werden. Voraussetzungen dazu ist aber eine überbetriebliche Kooperation von Betrieben (verladende Wirtschaft, Logistikdienstleister) um genügend bündelbares Transportsubstrat zu erhalten. Um dorthin zu kommen ist jedoch das Logistikbewusstsein der wirtschftlichen Akteure zu schärfen und daraus entstehende Aktivitäten bis hin zu regionalen Güterverkehrszentren zu unterstützen.